Allgemein, Gedanken, Liebe, Prozesse, Selbstliebe

Über Liebe und Ver-liebt sein

Habt ihr euch auch schon mal die Frage gestellt, was bedeutet Liebe für mich?
Ich habe mich die letzten Monate bis Jahre intensiv damit beschäftigt, und bin über viele Quellen gestolpert, welche mein Empfindungen in Wort fassen konnten. In unserer Gesellschaft ist es meiner Meinung nach oft so, dass Liebe durch Vorteile bei der Bedürfnisbefriedigung definiert wird. Dies kann sich in verschiedenen Aspekten zeigen, beispielsweise wird die Angst vor dem allein zu sein mit einem Partner scheinbar überwunden – doch was bleibt wenn der Partner nicht bleibt?
Die Bestätigung der Angst dass man dann ohne Partner doch wieder alleine ist.

All-ein sein, was bedeutet es? Ich bin eins mit allem, beim all-ein sein finde ich besser zu mir, da ich die meiste Zeit dann mit mir beschäftigt bin. Es kommen keine Impulse von außen, welche ich zu werten versuche. Da die Impulse von außen kommen, sind diese nicht meine Wahrnehmung/Realität und lenken mich davon ab, bei mir zu sein.

Liebe in der heutigen Gesellschaft

Wir können unsere Bedürfnisse nur selbst befriedigen in dem wir mit uns all-ein werden. Unsere Bedürfnisse nach Nähe, Sexualität setzen keine Liebe voraus, dies zeigt sich in unserer heutigen Gesellschaft auch sehr stark. Partnerschaften sind schnell austauschbar, wir können unsere Bedürfnisse meist recht einfach in gewissen Establishments befriedigen oder über Tinder & Co. schnell einen Partner für die schnelle Befriedigung finden. Was bleibt?
Meist wohl eine innere Leere, dabei will ich in die Fülle kommen.

Durch unsere Erziehung und Ausbildung, haben wir meist sehr viel Wissen über das große Geschäft, den Erfolg und Profit, nicht aber über die echte Liebe. Das ist wohl häufig der Grund, warum die echte Liebe, oftmals als ein Geschäft oder Tausch des eigenen Konsumwerts gegen den des Partners verrechnet wird. Diese Konsumwerte sind unter anderem Schönheit, Jugend, Besitz, Attraktivität, gesellschaftliche Geltung, Herkunft, Sex, Intelligenz. Nun ist es allerdings so, dass somit die Rolle, welche der Partner einnimmt das empfinden von Liebe schürt.

Es sind die Vorteile, auf die wir aus sind, seien es finanzielle Sicherheit, Vermeidung von Einsamkeit, sexuelle Befriedigung oder andere. Wir suchen im Partner das, was wir uns wünschen, uns vielleicht aber selbst nicht geben können. Somit ver-lieben wir uns in die Rolle, welche der Partner für uns spielt. Wir empfinden es vielleicht so, dass wir die große Liebe gefunden haben, doch es ist was es ist eine rosarote Brille durch welche wir sehen und diese hat recht wenig mit echter Liebe gemeinsam, im Gegenteil sie ist eher noch hinderlich, da wir die anderen Aspekte dieses Menschen nicht mehr wahrnehmen. Manchmal kommt dann das große Erwachen, durch den Verlust der rosaroten Brille – mit der notwendigen Ent-täuschung. Auch wieder ein schönes Wort man wird Ent-Täuscht, also erwacht und sieht die Dinge wie sie sind. (hierzu Freude über Enttäuschung)

Echte Liebe

Die echte Liebe ist also kein Tauschhandel auf dem Konsum- und Bedürfnismarkt, somit ist die Fragestelle nun „Wie bin ich zur echten Liebe fähig?“. Ich bin der Meinung, dass erleben der großen Liebe setzt voraus, echt lieben zu können und somit für den Partner ein respektvolles Wohlwollen zu empfinden und hiernach zu handeln.

Dies wird auch schon in der Bibel angerissen, „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ (Markus 12,31), dieser Satz bringt es auf den Punkt. Liebe dich und dann deinen Nächsten, so wie du dich lieben kannst. Kannst du dich nicht lieben, ist es auch nicht möglich deinen Nächsten zu lieben.

Selbstliebe bedeutet nicht sich zu verwöhnen, sondern aufrichtig sich selbst gegenüber zu sein und verantwortungsvoll mit sich umzugehen. Wer haltlos ist, verwöhnt sich, aber liebt sich nicht.
Stärke die Selbstwertgefühle wie Selbstachtung, Selbstvertrauen, Zufriedenheit und innere Freiheit, mit deren Hilfe kannst du die echte Liebe zu dir selbst verwirklichen, und dann auch  deinem Nächsten wohlwollend, gerecht, aufrichtig, tolerant, verantwortungsvoll, aufgeschlossen begegnen.

Ein guter Nährboden für echte Liebe, bietet auch emotionale Eigenständigkeit. Denn wer sich abhängig macht von von materiellen, sexuellen oder gesellschaftlichen Ansprüchen, wird sich unter dem Mantel der Sicherheit an einen Partner klammern. Wer aus diesem Mangel heraus liebt und wegen Vorteilen an einen Partner gebunden bleibt, wird die echte Liebe nicht finden. Abhängigkeit bewirkt Hass und dieser tötet Liebe.

Wenn Partner sich in den Idealen (Richtlinien des Lebens) völlig übereinstimmen, können sie andere Meinungen und Interessen haben – werden aber aufgrund des Harmonie-Ideals und der Übereinstimmung die echte Liebe erleben dürfen. Nicht im Sex, sondern im gemeinsamen Erleben dieser Übereinstimmung besteht echte Intimität.

„Eine gute Bindung besteht nicht in einer gegenseitigen Abhängigkeit, sondern in gemeinsamen Idealen“ – Max Lüscher

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